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Landläufig fällt auch heutzutage gerne der Spruch „Du kriegst gleich eine Tracht...“ oder „Du wirst schon sehen bald kommst du unter die Haube...“. Kaum noch jemand bringt beide Redensweisheiten mit der Kleidung vergangener Generationen in Verbindung. Beide Aussprüche kommen aus der Zeit als die Tracht zum Kleidungsstil der Menschen gehörte.
Mit Tracht bezeichnen wir die Kleidung des bäuerlichen Standes, die ihre Blüte in der Zeit zwischen 1750 und 1850 erlebte.

Befreit von den Fesseln alter Kleiderordnungen konnten sich im 18. Jahrhundert die Bauern kleiden wie es ihrem Stande gemäß war. So wie es heute üblich ist, das man zu jedem Fest ein neues Gewand trägt, war es auch in früheren Zeiten üblich, das es besondere Trachten gab.
Die Festtagstrachten der Thüringer Bauern wiederspiegeln den Reichtum ihrer Träger und die bescheidenen Arbeitstrachten der Tagelöhner sind noch heute Zeugnis von der kargen Lebensweise der Menschen. Mit der zunehmenden Industriealisierung des 19. Jahrhunderts und den neuen Produktionsformen in der Stadt kam die Tracht immer mehr in Vergessenheit und wurde als unmodisch angesehen.

Erst der Fremdenverkehr am Anfang des 20. Jahrhunderts brachte eine neue Blüte für die Tracht. Sie wurde ab jetzt getragen um die Lebensweisen der Altvorderen zu dokumentieren.

Wer heute Trachten trägt der zeigt mit Stolz seine Verbundenheit zur Heimat, der dokumentiert die Achtung vor den Leistungen vergangener Generationen und derjenige ist bereit eine lebendiges Erbe zu bewahren.